Medienwissenschaft
Unabhängige und Medienblogs über Kultur im Vergleich
Facharbeit in Medienwissenschaft an der Universität Bern, 2008. Ein Vergleich von unabhängigen Kulturblogs und solchen, die mit einem Massenmedium in Verbindung stehen.
Blocher tun genau das, wofür die weniger Modernen unter uns noch Füllfeder und Papier brauchen: Sie schreiben ein Tagebuch. Nur machen sie das im Internet und nennen es Blogging statt «Tagebuch schreiben». Das Wort Blog ist eine Kurzform von Weblog, was nichts anderes bedeutet als Online-Tagebuch. Richtige Blogger schreiben fast täglich in ihr Internet-Tagebuch. Sie halten darin ihre Gedanken, Erkenntnisse und Erlebnisse fest. Überall auf der Welt.
So erklärt der Blick seinen Leserinnen und Leser die Blogs, in einem Artikel, in dem sich der Blick äusserst erstaunt und empört darüber zeigt, dass «Aeschbi» allem Anschein nach Elton John nicht gut findet – und in seinem Blog dies auch öffentlich macht. Blogs sind laut Blick Tagebücher in Internet. Die Konsequenz aus dieser Definition lässt der Autor jedoch ungeschrieben. Denn jeder, der mit Tagebüchern vertraut ist, wird sich wundern: sind denn Tagebücher nicht etwas privates? Und wenn sie auf dem Internet sind, dann kann sie doch jeder lesen? Wie soll das zusammen Sinn machen? […]
Die Frage, ob die Medienblogs wirklich bloss zu spät gekommene Nachahmer eines Hypes sind, steht im Zentrum dieser Arbeit. Anhand von Blogs, die sich alle um das Thema «Kultur» drehen, sollen unabhängige und Medienblogs mit einander verglichen werden. Über welche Themen wird geschrieben, wie wird darüber geschrieben, wie oft, welche Reaktionen werden generiert – dies alles verglichen mit Blogs, die unabhängig von einem grossen Medium agieren, soll einen Einblick geben in die möglichen Unterschiede.